Ein Stück Werkstattgeschichte: Die Drehbank von Ernst Dettwiler

Am 21. Juli 2011 durfte das Industriemuseum Waldenburgertal – dank eines wertvollen Hinweises von Heinz Degen (DERO AG) und mit dem Einverständnis von Ernst Dettwiler junior – den Heimarbeitsplatz unseres inzwischen verstorbenen Gründungsmitglieds Ernst Dettwiler aus Oberdorf übernehmen. Damit blieb nicht einfach eine Maschine erhalten, sondern ein Stück gelebter Handwerkskultur: ein Arbeitsplatz, wie er in vielen Werkstätten und Kellern der Region über Jahrzehnte hinweg selbstverständlich war – und heute selten geworden ist.

Ein Arbeitsplatz mit Charakter und Geschichte

Das übernommene Drehbank-Ensemble befindet sich in einem einwandfreien Zustand. Es ist spürbar, dass dieser Platz nicht nur „benutzt“, sondern mit Sorgfalt gepflegt und über lange Zeit mit Aufmerksamkeit weiterentwickelt wurde. Man ahnt sofort, wie viel Eigenarbeit, Tüftlergeist und persönlicher Stolz Ernst Dettwiler in seinen Heim- und Hobbyarbeitsplatz investiert hat.

Besonders eindrücklich ist, dass dieses Ensemble nicht als fertige Einheit gekauft wurde, sondern aus ausgewählten und gesammelten Einzelteilen zu einem stimmigen Ganzen zusammengewachsen ist. Genau darin zeigt sich die typische Handschrift eines Könners: nicht „irgendetwas“ zusammenzustellen, sondern so lange zu ergänzen, zu verbessern und zu ordnen, bis alles passt – funktional, praktisch und verlässlich.

Ordnung, die mehr verrät als nur Technik

Die durchdachte Aufstellung der Werkzeuge und Arbeitsmittel erzählt ihre eigene Geschichte. Sie zeigt nicht nur Routine, sondern auch einen emotionalen Bezug: Diese Geräte waren für Ernst Dettwiler mehr als Metall und Holz. Sie waren Teil seiner Welt, Ausdruck von Handwerk, Selbstständigkeit und Freude am Machen.

Mit der Übernahme dieses Arbeitsplatzes bewahren wir daher nicht nur einen Gegenstand, sondern ein authentisches Zeugnis regionaler Industrie- und Alltagsgeschichte – und zugleich eine stille Würdigung eines Mannes, der das Museum als Gründungsmitglied mitgetragen hat.

Bild: Ensemble «Dreher-Arbeitsplatz»