Freitag, 12.09.2025, 18.00 Uhr bis Sonntag, 14.09.2025, 16.00 Uhr– das waren nicht einfach Öffnungszeiten. Das waren drei Tage Ausnahmezustand, wie man ihn nur an einer Gewerbeausstellung erlebt: viel Betrieb, viel Freude, viel Essensduft – und ein Zelt, das zeitweise eher an einen Bahnhof zur Stosszeit erinnerte.
Zusammen mit dem Verein Prawa stellten wir ein grösseres Zelt auf die Beine. «Aufgestellt» klingt dabei fast zu elegant – in Wahrheit war es eine Sache von einer ganzen Woche Aufbau, Schrauben, Schleppen, Einrichten, Umstellen, nochmal Einrichten. Ziemlich hart, ehrlich gesagt. Umso wertvoller war die Unterstützung durch reinige Mitglieder unseres Födervereins, die nicht nur «kurz vorbeischauten», sondern richtig mit anpackten. Ohne diese Hilfe hätten wir vermutlich am Freitagabend noch immer diskutiert, wo jetzt der Stromanschluss oder der Getränkekühlschrank hin soll.
Wähen, Kaffee – und die berühmten Wildschwein-Bratwürste
Kulinarisch wurde im Zelt nicht gekleckert. Es gab selbstgemachte Wähen, Kaffee, Pommes-Frites und allerlei weitere Köstlichkeiten. Und dann waren da natürlich die Stars der Veranstaltung: die Wildschwein-Bratwürste.
Man kann es nicht anders sagen: Diese Würste waren derart begehrt, dass wir phasenweise den Eindruck hatten, im Zelt werde nicht gegessen, sondern «gejagt». Zeitweise war der Andrang so gross, dass wir kaum nachkamen. Kaum lagen ein paar Würste auf dem Grill, waren sie auch schon wieder weg – als hätten die Leute das Zelt betreten mit dem festen Vorsatz: «Heute lasse ich mir keine Wildschwein-Bratwurst entgehen, koste es, was es wolle.»
Schienen auf dem Sportplatz – und ein Waldenburgerli mit Stimmungsschwankungen
Während im Zelt der Duft von Grill und Kaffee die Regie übernahm, zeigte der Verein Prawa draussen auf dem Sportplatz, was ihn auszeichnet: Er verlegte bereits unter der Woche die Schienen für seine Eisenbahn. Das war nicht nur eine nette Nebenbei-Aktion, sondern richtig Arbeit – und am Ende ein Anblick, der nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt.
Am Freitagnachmittag gab es sogar eine Rundfahrt für die Prominenz. Und alles lief wunderbar… bis es plötzlich nicht mehr lief.
Denn das elektrische Waldenburgerli entschied sich nach dieser Runde für einen spontanen Arbeitsunterbruch. Es stieg aus. Einfach so. Sehr zum Bedauern der vielen Kinder, die schon mit diesem herrlichen Blick dastanden, den man nur kennt, wenn eine Attraktion unmittelbar bevorsteht.
Zum Glück hatte Prawa vorgesorgt: Eine Hüpfburg stand bereit – und die bewährte Fähigkeit von Kindern, sekundenschnell umzuschalten, rettete die Stimmung. Wo eben noch Enttäuschung drohte, wurde kurz darauf wieder gesprungen, gelacht und getobt, als sei nichts gewesen.
Ein Museum, das neugierig macht
Erfreulich – und ehrlich gesagt auch ein bisschen erstaunlich – war, wie viele Besucherinnen und Besucher nicht nur im Zelt blieben, sondern sich auch im Industriemuseum Waldenburgertal umschauten. Viele waren richtig entzückt, stellten Fragen, blieben stehen, liessen sich ein. Und mehr als einmal hörten wir Sätze wie: «Da kommen wir wieder!» Das sind diese Momente, in denen man trotz Müdigkeit kurz aufatmet und denkt: Ja, genau dafür machen wir das.
Finissage mit Dixie – lüpfig bis zum Schluss
Am Sonntag kam noch ein besonderer Abschluss dazu: die Finissage der Sonderausstellung «WB – einisch bis hüt». Und weil man im Waldenburgertal weiss, wie man etwas würdig und gleichzeitig fröhlich beendet, spielten die Steppin Stompers auf. Die Dixieband sorgte im Zelt für lüpfige Musik, für gute Laune, für wippende Füsse – und für diese Stimmung, die man nicht planen kann, die aber plötzlich da ist und alle mitnimmt.
Groggy aber zufrieden
Als die Gewerbeausstellung vorbei war, waren wir alle ziemlich groggy. Die Art groggy, bei der man am Sonntagabend nicht mehr weiss, ob man zuerst sitzen oder zuerst schlafen soll. Aber dann kam der rasche Überschlag – und der zeigte: Wir haben einen respektablen Wirtschaftsumsatz erzielt.
Und damit war klar: Es war streng. Es war intensiv. Es war manchmal chaotisch. Aber es war auch herzlich, lebendig, gemeinschaftlich – und am Ende genau das, was eine solche Regional-Ausstellung sein soll: ein Ort, wo sich Menschen begegnen, wo etwas läuft (auch wenn das Waldenburgerli kurz anderer Meinung war), und wo man nachher sagen kann:
«Wir sind müde – aber es hat sich gelohnt.»
